Gemeinde Schönaich

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Bürgermeisterin Anna Walther ein Jahr im Amt

Liebe Schönaicherinnen,
liebe Schönaicher,
 
der 25. Juni 2021 war mein erster Arbeitstag im Amt als Bürgermeisterin von Schönaich. An diesem Tag begrüßte ich jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter im Rathaus persönlich und freute mich auf die neue Aufgabe. Ein Jahr später bin ich enorm dankbar für die vielen Begegnungen, Gespräche, Ideen, Themen und Projekte, die diese 365 Tage mit unendlich viel Leben füllten.
 
Eine zukunftsfähige und kluge Ortsentwicklung in Abstimmung mit den Bürgerinnen und Bürgern hat für mich eine sehr hohe Priorität. Daher freue ich mich über die voranschreitende Erarbeitung des Ortsentwicklungskonzeptes „Schönaich 2035“. Diese startete mit einer repräsentativen Bürgerbefragung, die vergangenen Herbst dem Gemeinderat in einer Klausurtagung präsentiert und erläutert wurde. Der Auftakt der Bürgerbeteiligungsphase fand im Juni statt und wurde durch das Zukunftsatelier fortgesetzt. Aktuell bereiten wir die Jugendbeteiligung für die weitere Arbeit am Ortsentwicklungskonzept vor.
 
Der Prozess der Ortsentwicklung, den wir miteinander angehen, soll es uns am Schluss ermöglichen, konkrete Ziele für die Zukunft anzugehen und Maßnahmen zu ergreifen. Er soll uns zeigen, wie Schönaich im Jahr 2035 sein soll. Dabei soll der Prozess uns jedoch währenddessen in keinster Form lähmen. Denn auch aktuell sind wir bereits mit großen Schritten in Richtung Zukunft unterwegs. Ich nenne beispielhaft nur die Entscheidung des Gemeinderats zur Entwicklung unseres Ortskerns im Bereich der Wettgasse. Dort werden zukünftig rund 50 Wohnungen entstehen und auch neue Wohnformen, wie tiny houses zum Zuge kommen. Insgesamt wurden in meinem ersten Amtsjahr zwei Bebauungsplanänderungsverfahren eingeleitet und drei neue  Bebauungsplanverfahren auf den Weg gebracht. Darüber hinaus wurden die Vergabekriterien für die restlichen Grundstücke im Westrand II aktualisiert und wir werden den Vergabeprozess nun mit Hilfe von BAUPILOT digital, transparent und bürgernah gestalten. Auch die Aufsiedlung des Gewerbegebietes „Lange Betten Süd“ ist nun fast vollkommen abgeschlossen. Ich freue mich auf die anstehende Entwicklung im Gewerbegebiet.
 
An unserem „Sorgenkind“ – dem Neubau Flüchtlingsheim im Hasenbühl – wird dank des Gemeinderatsbeschlusses, der vergangenen Herbst gefasst wurde, weiter gearbeitet. Der Schwerpunkt wird auf den bezahlbaren Wohnraum gelegt, in Kombination mit zwei bis drei Wohnungen für Geflüchtete mit dem Ziel der Integrationsförderung. Somit werden flexible und kostengünstige Wohnnutzungen realisiert. Ich bin zuversichtlich, dass dieses Bauvorhaben zu einem guten Abschluss gebracht wird. Für ein weiteres künftiges Projekt konnte ich mit der evangelischen Kirchengemeinde den Kauf des ehemaligen evangelischen Gemeindezentrums Finkenweg 10 und 12 durch die Gemeinde Schönaich erfolgreich verhandeln. Den Verhandlungen ist ein interfraktioneller Antrag des Gemeinderates zum Kauf der Immobilie vorausgegangen. Aktuell werden dort Geflüchtete aus der Ukraine untergebracht. Perspektivisch steht dieses zentral gelegene und somit strategisch sehr wichtige Grundstück für eine zukunftweisende Weiterentwicklung zur Verfügung.
 
Sie sehen, wir werden auch in den kommenden Wochen und Monaten weiter voranschreiten, Themen in die Gremien einbringen und Projekte fortsetzen.
 
Das Projekt, dessen Umsetzung mich besonders gefreut hat, war die Erneuerung unseres Skateparks. Ich möchte in Zukunft gezielt an der Umsetzung konkreter Angebote für unsere Kinder und Jugendlichen arbeiten, damit Schönaich für die Menschen, die die Zukunft der Gemeinde prägen und gestalten werden, besonders lebenswert wird. Dafür werde ich Jugendbeteiligungsformate einführen. Ein erster Termin auf Arbeitsebene mit unserem Jugendreferenten, Herrn Orendt, zur Konkretisierung des Projektes Jugendbeteiligung hat bereits stattgefunden.
 
Als Bürgermeisterin ist es wichtig, einen generationenübergreifenden, ganzheitlichen Blick auf die Gemeinde zu haben und dafür Sorge zu tragen, dass alle Altersgruppen gehört und ernstgenommen werden. Deswegen mache ich mich für das Projekt Erweiterung der Diakonie- und Sozialstation stark und freue mich, dass das erste Jahr der Arbeit an diesem Thema von einem konstruktiven und sehr guten Austausch zwischen dem Lenkungsausschuss der Diakonie- und Sozialstation und der Gemeindeverwaltung geprägt war. Wir machen Fortschritte auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Diakonie- und Sozialstation Schönbuch, die sich mit beeindruckender Hingabe um viele kranke und alte Menschen kümmert.
 
Ich wünsche mir, dass die Familien ein gutes und verlässliches Kinderbetreuungsangebot in Schönaich vorfinden. Es ist wichtig nicht nur für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern auch für die gute Entwicklung der Kinder. Kinder brauchen Kinder um sich herum, damit sie die Welt „auf einer Augenhöhe“ entdecken und begreifen lernen. Um eine verlässliche Kinderbetreuung in den Kindertagesstätten, aber auch an den Schulen in Schönaich gewährleisten zu können, lassen wir eine Bedarfsanalyse erarbeiten, die neben der Frage der erforderlichen Platzanzahl und Räumlichkeiten auch die Ferienbetreuung beinhaltet. Unsere Kernzeitbetreuung wurde wieder in die Hand der Gemeinde überführt. Dafür stockten wir die Stelle des Jugendreferenten auf, um unter anderem auch die Folgen der Corona-Pandemie, die insbesondere für die Jugendlichen enorm sind, vor Ort besser zu meistern. Zudem haben wir eine Vergaberichtlinie zur Aufnahme von Kindern und zum Verfahren der Platzvergabe in den Kindertageseinrichtungen im Gemeindegebiet Schönaich erarbeitet. Dies war vor allem erforderlich, um die Platzvergabe transparent und für alle nachvollziehbar zu gestalten und dafür zu sorgen, dass das leider knappe Gut „Ganztagesbetreuungsplätze“ fair verteilt wird.
 
Nachdem Herr Bürgermeister Ferro aus der Partnerstadt Mirabella Imbaccari auf Sizilien mit einem Komitee Schönaich besucht hat und ich ihn kennenlernen durfte und ich morgen die erste Begegnung mit einer kleinen Abordnung der Partnerstadt aus Rocquencourt erleben darf, steht Ende Juli die Fahrt zur Partnerstadt nach Hartmannsdorf in Sachsen an. Ein besonderes Highlight war für mich die Besiegelung einer neuen Städtepartnerschaft mit Pfäffikon in der Schweiz. Der Ursprung der freundschaftlichen Verbindung unserer Gemeinden war eine Tragödie. Am 12.09.1982 kamen bei einem schrecklichen Unfall an einem Bahnübergang am Rande der Gemeinde Pfäffikon insgesamt 39 Schönaicherinnen und Schönaicher ums Leben, als ihr Reisebus den Bahnübergang überquerte, auf dem die Schranken irrtümlich nicht geschlossen waren. Dieses traurige Ereignis jährt sich in diesem Jahr zum vierzigsten Mal.

Ich werde in diesem Jahr noch ein Partnerschaftskomitee installieren, damit wir die Begegnungen mit unseren 4 Partnerstädten ausweiten und mit Leben füllen können.

Viele Themen und Projekte konnten in meinem ersten Amtsjahr angegangen werden. Dank dem engagierten Rathausteam, das tagtäglich an vielen operativen Themen arbeitet und darüber hinaus die Projektarbeit leistet, die Schönaich weiterentwickeln soll. Um das Rathausteam zukunftsfähig aufzustellen, wird aktuell eine Organisationsuntersuchung durchgeführt, die die Aufbau- und die Ablauforganisation der Kernverwaltung analysiert. Wir brauchen eine gute Prozessstruktur und genügend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um die Aufgaben und Ihre Anliegen, liebe Bürgerinnen und Bürger, bestmöglich meistern und bearbeiten zu können.
 
Ich bin sehr froh und dankbar, dass das Rathausteam nicht nur engagiert, sondern auch krisenfest ist. Der Krieg in der Ukraine stellt uns vor große Herausforderungen und ich bin stolz auf mein Team, das die Aufnahme erster Geflüchteter aus der Ukraine Anfang März in kürzester Zeit und mit hervorragender Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger organisieren konnte. Der wunderbare AK Asyl meistert beispielhaft die Betreuung der hier ankommenden Geflüchteten. Vielen Dank dafür!
 
Die Bewältigung der Fluchtwelle kostet sehr viel Kraft, Zeit und Geduld. Wir müssen die Themen, die wir noch bei der Haushaltseinbringung priorisiert haben, neupriorisieren und schauen, wie wir es nun schaffen, Schönaich nach vorne zu bringen und gleichzeitig den Kriegsfolgen Herr zu werden. Ich bitte Sie, liebe Schönaicherinnen und Schönaicher, um Geduld und Verständnis, wenn das eine oder andere Anliegen aktuell etwas länger auf die Erledigung warten muss. Neben all den vorgestellten Fortschritten, können Sie sicher sein, dass die Gemeindeverwaltung und ich auch in dieser herausfordernden Lage an den Themen Verkehr, Digitalisierung und Sauberkeit in Schönaich arbeiten.
 
Herausforderung Krieg stellt uns gerade auf die Probe. Herausforderung Pandemie tritt allmählich und hoffentlich langfristig in den Hintergrund. Sehr gerne erinnere ich mich zurück an die Schönaicher Impfoffensive und bedanke mich bei allen Helferinnen und Helfern für die Unterstützung auf dem Weg zur Erhöhung der Impfquote, die das Ende der Pandemie einläutet. Ich freue mich schon sehr auf das Sommerfest „Schönaich feiert“ – ohne Maske und ohne Abstand. Die Entscheidung, das Entengassenfest auch dieses Jahr nicht stattfinden zu lassen, fiel dem Kulturring nicht leicht. Zu dem Zeitpunkt als es entschieden werden musste, konnte noch nicht abgeschätzt werden, ob die Corona-Auflagen die Durchführung des Festes in der engen Entengasse möglich machen werden. Da wir allerdings unbedingt wieder ein Fest feiern wollten, entschieden wir uns für einen anderen Standort, um den möglichen Abstandsvorschriften Folge leisten zu können und dennoch wieder Gemeinschaft erleben zu können. Sie können versichert sein, dass wir nächstes Jahr wieder das Entengassenfest feiern werden, wenn die Pandemielage es zulässt.
 
Zum Schluss möchte ich mich bei dem Gemeinderat und insbesondere bei meinen beiden Stellvertretern, Herrn Dr. Golo Beranek und Herrn Klaus Feuersänger, sehr herzlich bedanken! Ich arbeite sehr gerne mit dem Gemeinderat zusammen und freue mich auf die kommenden Jahre im Zeichen einer guten und zukunftsweisenden Entwicklung Schönaichs. Herzlichen Dank an mein Rathausteam für die Motivation, Engagement und vertrauensvolle Zusammenarbeit! Um Schönaich in die Zukunft zu führen, brauche ich ein starkes Team im Sitzungssaal und ein starkes Team im Rathaus. Ich bin glücklich, dass dies der Fall ist.
 
Vielen herzlichen Dank an die vielen Vereine, Gewerbetreibenden und an unsere Kirchen für die Gespräche, Ratschläge und Ideen. Ich freue mich auf weitere Begegnungen! Und ich freue mich auf weitere neue Begegnungen, denn es gibt noch viele Menschen, mit denen ich im ersten Amtsjahr noch nicht ins Gespräch kommen konnte.
 
 
Liebe Schönaicherinnen,
liebe Schönaicher,
 
ich danke Ihnen von ganzem Herzen für die vielen bereichernden Gespräche! Ich finde es toll, dass meine Bürgersprechstunde so gut angenommen wird. Und ich freue mich, mit Ihnen überall in Schönaich ins Gespräch zu kommen. Es ist mir eine Ehre und Freude, Ihre Bürgermeisterin sein zu dürfen.
 
Herzlichst Ihre
 
 
Anna Walther
Bürgermeisterin

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