Neujahrsansprache 2026
Nachfolgend finden Sie die Neujahrsansprache von Bürgermeisterin Anna Walther anlässlich des Neujahrsempfangs am 25.01.2026.
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Liebe Schönaicherinnen,
liebe Schönaicher,
liebe Gäste,
ich freue mich sehr, Sie alle heute hier, in unserer Gemeindehalle, zum dritten Neujahrsempfang der Gemeinde Schönaich begrüßen zu dürfen!
Herzlichen Dank an unsere Musikschule für den schönen musikalischen Auftakt!
Mein besonderer Willkommensgruß gilt
Herrn Landrat Roland Bernhard,
Frau Bundestagsabgeordneten Jasmina Hostert,
Herrn Bundestagsabgeordnetem Marc Biadacz,
Herrn Landtagsabgeordnetem Florian Wahl,
Herrn Stellvertretendem Kommandeur der US Army Garrison in der Region Stuttgart Robert Gwinner:
I am delighted that you have joined us today. Thank you for the strong and trusting partnership between the Panzer Kaserne and the municipality of Schönaich.
Herrn Denis Lehoux aus unserer französischen Partnergemeinde LeChesnay-Rocquencourt: Merci d'être ici aujourd'hui!
Herrn ehemaligem Ersten Beigeordneten von Schönaich Walter Gorhan und seiner Ehefrau Karin,
Herrn erstem stellvertretenden Kommandant unserer Freiwilligen Feuerwehr Tobias Amberg,
Herrn Erstem Vorsitzenden des DRK-Ortsvereins Schönaich Mike Tameling,
Herrn Bereitschaftsleiter und Jugendleiter des DRK-Ortsvereins Marvin Albrecht, - herzlichen Dank, dass Sie auch heute hier für uns im Einsatz sind!
Herrn Pfarrer Ulrich Zwißler,
Herrn Pastor Moritz Mosebach,
Herrn Pastor Steven Bühner,
und von der Neuapostolischen Kirche Herrn Oliver Schlayer,
Frau Grundschulrektorin Svenja Hauser,
Herrn Realschulkonrektor Dirk Ackermann,
Herrn Geschäftsführer von Röhm Verlag und Medien Dr. Christian Röhm,
Vertreterinnen und Vertretern der Volksbank und der Kreissparkasse,
unseren Gemeinderätinnen und Gemeinderäten,
unseren Jugendgemeinderätinnen und Jugendgemeinderäten,
den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung
und den Vertreterinnen und Vertretern der Medien.
Schön, dass Sie alle da sind!
Ich freue mich, dass der Schönaicher Neujahrsempfang nun fest in unserem Veranstaltungskalender verankert ist und eine hervorragende Möglichkeit bietet, voller positiver Energie und schöner Musik in das neue Jahr zu starten.
Ganz viel positive Energie hat uns auch dieses Jahr die ökumenische Neujahrsandacht unserer Schönaicher Kirchen beschert – herzlichen Dank dafür! Und herzlichen Dank an die Schönaicher Kirchen auch dafür, dass sie im Alltag unserer Bürgerinnen und Bürger sichtbar sind – ob durch die Kinderbetreuung, in der Pflege, mit dem „Essen auf Rädern“. Ihr engagiertes Wirken ist wertvoll und unverzichtbar.
Liebe Gäste, liebe Freundinnen und Freunde unserer Gemeinde,
was für ein Jahr liegt hinter uns! Ein „750-Jahre-Schönaich-Jahr“. Ein Jahr voller Zuversicht, Tradition und Gemeinschaft. Ein Jahr voller Begegnung, Lachen und Feiern. Ein Jahr voller Arbeit, Entwicklung und Veränderung.
Ich beginne den Rückblick auf das Jahr 2025 mit einem Dank, einem Dank an all diejenigen, die das Jubiläumsjahr zu einem wahrhaftig wunderbaren Jahr gemacht haben; die keine Zeit, keine Mühen, keine Kraft gescheut haben, um aus dem Jahr 2025 ein ganz besonderes zu machen. Es ist Ihnen allen sehr gut gelungen. Und mit „Ihnen allen“ meine ich unsere Vereine und Institutionen, unsere Kirchen, unsere Gewerbetreibenden, unseren Gemeinderat, unseren Jugendgemeinderat, unsere Gemeindeverwaltung, unsere starke Blaulichtfamilie mit der Freiwilligen Feuerwehr Schönaich und unserem DRK-Ortsverein, und natürlich Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger.
Liebe Schönaicherinnen und Schönaicher,
Sie können Jubiläum! Sie können gelassen feiern! Es war insbesondere unser Jubiläumswochenende im Juli, das es eindrucksvoll zeigte; das von Zusammenhalt, Begeisterung und guter Laune geprägt war; und von unglaublicher Freude. „Wir sind Schönaich! Wir freuen uns mit Schönaich! Wir feiern Schönaich!“ Ich habe mich sehr über die vielen positiven Rückmeldungen zum Jubiläumsfest gefreut.
An diesem Wochenende im Juli feierten wir auch die internationale Verbundenheit, denn Vertreterinnen und Vertreter aus allen unseren Partnergemeinden waren anwesend. Und natürlich auch unsere amerikanischen Freundinnen und Freunde aus der Panzerkaserne. Es ist nicht selbstverständlich, dass unsere internationalen Freunde vollzählig da waren. Es zeugt von großem Vertrauen und echter Freundschaft. Es ist ein starkes Zeichen der Wertschätzung, das Schönaich für immer in Erinnerung behalten wird.
Und wie wunderbar war der Jubiläumsumzug! So bunt, vielfältig und freudestrahlend, wie das Leben selbst!
Ich selbst durfte aus gesundheitlichen Gründen nicht aktiv am Umzug teilnehmen – wie ursprünglich angedacht – in einer Schönaicher Tracht. Aber ich durfte den Umzug beobachten und es war mir eine große Freude – so viele lachende Gesichter, tanzende und winkende Menschen, begeisterte Kinder in unserem Schönaich! Ein schöner, lebendiger, zuversichtlicher Moment unserer Jubiläumsfeierlichkeiten.
Wer sich gerne noch einmal zurückerinnern möchte: Das Video, das während des Umzugs aufgenommen wurde, ist im Anschluss an die Neujahrsansprache im Foyer zu sehen. Ein herzliches Dankeschön an alle, die mit Kamera und Engagement diesen besonderen Moment festgehalten haben.
In unserem Jubiläumsjahr durften wir viele schöne Veranstaltungen und Aktionen erleben. Und ich bin mir sicher, dass diese Veranstaltungen und Aktionen uns alle mit ganz viel guter Energie für die kommenden Jahre ausgestattet haben. Unsere Akkus sind voll.
Mit diesen vollen Akkus konnten wir nicht nur das Jubiläumsjahr erleben, sondern auch an weiteren wichtigen Projekten und Vorhaben zur Weiterentwicklung von Schönaich arbeiten.
So beschloss der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan „Große Gasse 52“ für 14 Wohneinheiten und schloss mit dem Satzungsbeschluss des Bebauungsplans „Stachus am Kreisverkehr“ ein Bebauungsplanverfahren ab, das die Entstehung von 70 barrierefreien Wohnungen in zentraler Lage ermöglicht.
Es freut mich zudem, dass dem Beginn der Bauarbeiten im ehemaligen „Tränklein-Areal“ in der Ringstraße nichts mehr im Wege steht – die Baugenehmigung für die geplanten 64 Wohneinheiten liegt inzwischen vor.
Wer aktiv Entwicklung gestalten will, braucht Handlungsspielräume. Und so gelang uns mit dem Kauf des 18 Ar großen Grundstücks in der Großen Gasse 94 ein erfolgreicher strategischer Grunderwerb. Dadurch sichern wir uns die Möglichkeit, die städtebauliche Entwicklung in diesem Bereich maßgeblich zu beeinflussen.
Doch das Highlight der städtebaulichen Ortsentwicklung war der große Schritt hin zur Realisierung der Neuen Mitte im ehemaligen „Honeywell-Areal“ gemeinsam mit der Böblinger Baugesellschaft, dem Gemeinderat und Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger. Den Auftakt machte ein Bürgerspaziergang, bei dem viele kreative und kluge Ideen gesammelt wurden; Ideen, die sich auch im Siegerentwurf wiederfinden. Dieser Entwurf bildet die Grundlage für den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan „Neue Mitte“, der im November 2025 durch den Gemeinderat einstimmig gefasst wurde.
Eine starke Wirtschaft ist und bleibt ein zentraler Baustein für die Entwicklung Schönaichs. Es freut mich, dass wir den Austausch mit unseren Unternehmerinnen und Unternehmern auch im letzten Jahr im Rahmen des Veranstaltungsformats „Im Dialog: Wirtschaft trifft Verwaltung“ weiter intensivieren konnten.
Zugleich haben wir wichtige Schritte unternommen, um die Erweiterung unseres Gewerbegebiets vorzubereiten, damit Schönaich auch in Zukunft ein attraktiver und zukunftsfähiger Standort für Unternehmen bleibt.
Unsere Familien stehen immer im Fokus der Arbeit der Gemeindeverwaltung – so auch im Jahr 2025. Wir wollen dafür Sorge tragen, dass die Kinder in unseren Kindertagesstätten gut betreut werden, dass sie eine gute Bildung in unseren Schulen erhalten und dass sie eine gute Zeit mit ihren Familien in unserer Gemeinde genießen können.
Um eine gute und bedarfsgerechte Betreuung unserer Kinder weiterhin gewährleisten zu können, haben wir die Bedarfsprognose für unsere Kindertagesstätten fortschreiben lassen. Diese zeigt, dass wir in den kommenden Jahren aufgrund der leider rückläufigen Geburtenzahlen weniger neue Betreuungsplätze benötigen, als ursprünglich gedacht. Deswegen haben wir zügig reagiert und die Realisierung des geplanten Naturkindergartens vorerst gestoppt. Zudem hat der Gemeinderat beschlossen, den Kindergarten in der Realschule von zwei auf eine Gruppe zu reduzieren und den Umzug des Kindergartens in das sanierte Objekt im Finkenweg zu prüfen. Diese Entscheidung bedeutete für einige Familien eine Veränderung in der künftigen Betreuung ihrer Kinder. Ich bin froh und dankbar, dass es uns gelungen ist – in gemeinsamen Gesprächen mit den Eltern – eine für alle zufriedenstellende Lösung zu finden, auch wenn der Weg dorthin zeitweise – vor allem emotional – herausfordernd war.
Durch die schnelle Reaktion auf das Ergebnis der fortgeschriebenen Bedarfsprognose konnten wir im Haushalt 2025 rund eine halbe Mio. Euro einsparen – ein spürbarer Beitrag zur Stabilisierung unserer Haushaltslage.
Neben der verlässlichen Betreuung unserer Kleinsten, haben wir 2025 auch den nächsten wichtigen Schritt im Bereich des Ausbaus der Ganztagesbetreuung an unserer Grundschule gemacht. Im April feierten wir den Spatenstich für den Erweiterungsbau unserer Johann-Bruecker-Grundschule.
Und auch außerhalb von Kita und Schule finden Kinder in Schönaich Raum zum Spielen, Toben und Entdecken. Damit das so bleibt und sogar noch besser wird, haben wir mit der Umsetzung des Spielflächenkonzeptes begonnen.
Auch wenn es aktuell viele Herausforderungen zu bewältigen gilt, darf das Wohlergehen unseres Planeten nicht auf der Strecke bleiben. Und so haben wir auch im Bereich des kommunalen Klimaschutzes Fortschritte gemacht.
Wir konnten drei E-Ladesäulen im Gemeindegebiet einweihen und die Straßenbeleuchtung weiter auf energiesparende LED-Leuchtmittel umrüsten. Gemeinsam mit Holzgerlingen, Altdorf und Hildrizhausen haben wir mit der Erarbeitung einer gemeinsamen Biotopverbundplanung begonnen. Durch die gewinnbringende interkommunale Zusammenarbeit schaffen wir die Verbindung von Lebensräumen heimischer Tier- und Pflanzenarten. Dadurch werden ihre Überlebenschancen erhöht und Ökosysteme stabilisiert.
Im Dezember hat der Gemeinderat den Weg für unsere kommunale Wärmeplanung freigemacht. Ein starkes Zeichen für Klimaschutz und Versorgungssicherheit in Schönaich. Konkret wollen wir prüfen, wie unser Ortskern in Zukunft nachhaltig mit Wärme versorgt werden kann.
Mit der Umsetzung des Lärmaktionsplans ist Schönaich einen großen Schritt in Richtung mehr Lebensqualität und Sicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger gegangen.
Die Umsetzung der vom Gemeinderat einstimmig beschlossenen Maßnahmen bedeutet zwar eine Umstellung im Straßenverkehr, setzt aber gleichzeitig ein klares Zeichen für mehr Rücksichtnahme, eine nachhaltige Verkehrspolitik und den Schutz der Gesundheit.
Das Etablieren der 30er Zone auf fast allen Schönaicher Straßen bedeutet eine Veränderung, auf die es sehr unterschiedliche Reaktionen gab: von Verwunderung über Empörung bis hin zu Wut, aber auch Dankbarkeit, Begeisterung, Freude.
Das Jahr 2025 brachte zwei Veränderungen in unseren Gremien: Am 28. Januar fand die konstituierende Sitzung des ersten Schönaicher Jugendgemeinderates statt. Ich freue mich sehr, dass unsere Jugend nun mehr Entscheidungs- und Gestaltungsspielraum hat und Demokratie aktiv lebt. Das erste Arbeitsjahr des neugeschaffenen kommunalen Gremiums gipfelte in einem Antrag zur Entwicklung einer Teilfläche des Dirtparks zum Jugendtreffpunkt. Über den einstimmigen Beschluss des Antrages im „Erwachsenen-Gemeinderat“ habe ich mich sehr gefreut. Sehr gerne unterstützt die Gemeindeverwaltung den Schönaicher Jugendgemeinderat bei der Konzipierung und Umsetzung des neuen Ortes der Begegnung für die Jugendlichen.
Apropos Jugend – unser Gemeinderat ist durch das Nachrücken von Robert Knittel als jüngstes Gemeinderatsmitglied insgesamt jünger geworden. Es freut mich, dass er die „Fraktion der Jüngeren“ in unserem Gemeinderat bereichert.
Herzlichen Dank an die aus dem Gemeinderat vorzeitig ausgeschiedene Frau Dr. Katrin Beranek für ihren engagierten ehrenamtlichen Einsatz zum Wohle von Schönaich!
Liebe Gemeinderätinnen,
liebe Gemeinderäte,
vielen herzlichen Dank für das gute Miteinander im vergangenen Jahr. Es ist nicht selbstverständlich, die vielen Themen, die wir gemeinsam zu bearbeiten hatten und die nicht immer einfachen Entscheidungen, die wir gemeinsam treffen mussten, so klar und konstruktiv zu begleiten, wie Sie diese begleitet haben. Ganz besonders dankbar bin ich dafür, dass Sie über die für eine solch herausfordernde ehrenamtliche Arbeit im Gemeinderat erforderlichen Charaktereigenschaften verfügen:
gelassen bleiben, auf den Ton achten, nicht aus der Haut fahren, auch nach schwierigen inhaltlichen Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten wieder gemeinsam nach vorne schauen können. Und dass Sie die Fähigkeit haben, zu den auch mal schwierigen und unbequemen Entscheidungen zu stehen und diese geduldig und souverän zu erklären – sei es bei den notwendigen Gebühren- und Steuererhöhungen oder aber auch bei der Gruppenreduzierung in einem Kindergarten.
Ich weiß, dass es nicht einfach ist – umso mehr freut es mich, dass wir es gemeinsam schaffen. Und mit diesen Charaktereigenschaften und Fähigkeiten im Gepäck werden wir es auch gemeinsam schaffen, unseren Haushalt fit für die Zukunft zu machen. Das Ergebnis unserer Klausur, die wir im Oktober durchgeführt haben, war ein starkes Zeichen für einen Konsens. Denn wir sind uns einig, dass die kommenden Jahre herausfordernd werden und dass wir harte Sparmaßnahmen umsetzen werden müssen. Das Ergebnis unserer Klausur war aber auch ein starkes Zeichen dafür, dass wir – trotz der herausfordernden Haushaltslage – unsere Gemeinde als lebenswerten Ort erhalten wollen – ohne Stillstand, ohne Sanierungsstau, ohne Schließung unserer Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Wir müssen in Bewegung bleiben – für unsere Kinder, für unsere Jugendlichen, für unsere Familien, Senioren, Wirtschaft, Kirchen und Vereine.
Und wir hatten Konsens auch darüber, dass sowohl der Bund als auch das Land in Bewegung bleiben müssen – für Kommunen, die weiterhin in der Lage sind, für eine gute Infrastruktur, starke Bildung und Betreuung, ein vielfältiges Kulturleben und zahlreiche Freizeitangebote zu sorgen und so dazu beitragen, dass ganz Deutschland am Laufen gehalten wird; dass ganz Deutschland in Bewegung bleibt.
Daher bitte ich Sie, liebe Damen und Herren Bundes- und Landtagsabgeordneten, sich stets konstruktiv, aber auch sehr klar und deutlich für die Beseitigung des strukturellen Defizits in den Kassen von Kommunen vorbehaltlos einzusetzen. Das Sondervermögen, das der Bund in die Infrastruktur der Kommunen in Deutschland investiert, ist hierbei ein wichtiger erster Schritt.
Liebe Gäste,
ich freue mich nun auf den Musikbeitrag unserer Musikschule und fahre anschließend mit dem Ausblick auf das neue Jahr fort.
Herzlichen Dank!
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Meine Damen und Herren,
unsere Akkus sind nach dem „Superjubiläumsjahr 2025“ immernoch voll für ein ereignisreiches Jahr 2026! Wir haben vieles vor und werden an unserer Ortsentwicklung weiterarbeiten: Wir wollen das Bebauungsplanverfahren „Neue Mitte“ bis Ende des Jahres abschließen. Darüber hinaus stehen die ersten Gespräche zur Entwicklung des ehemaligen „Binder-Areals“ mit den neuen Eigentümern an.
Die Bauarbeiten in der Ringstraße sollen noch vor der Sommerpause beginnen. Und das Bauvorhaben am Stachus ist auch in vollem Gange.
Auch in die kommunale Mitte kommt Bewegung rein. Nur wenige Schritte von uns entfernt sollen sich die Flächen rund um das Rathaus, die Rathauswiese und der Bereich um die Gemeindehalle zu lebendigen, einladenden Orten entwickeln, an denen man gerne verweilt, sich begegnet und ins Gespräch kommt.
Die Ideen für die Weiterentwicklung der kommunalen Mitte sind dabei im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern entstanden, u.a. im Rahmen des Jubiläumswochenendes.
Auch heute, im Anschluss an meine Rede, haben Sie die Gelegenheit, die Ideen für die Entwicklung der kommunalen Mitte an den Plänen im Foyer zu sehen und Ihre eigenen Vorstellungen dem Team des Bauamtes mitzugeben. Unsere kommunale Mitte soll ein lebendiger Ort der Gemeinschaft und der Lebensqualität in und für Schönaich werden und deshalb ist es uns ein Herzensanliegen, dass er von Schönaich für Schönaich gestaltet wird.
Ein weiteres großes Projekt im Bereich der baulichen Ortsentwicklung ist die Erweiterung unseres Gewerbegebietes. Mit der Entwicklung der „Haldenwasen“ wollen wir die Stärkung unseres Wirtschaftsstandortes, weitere Arbeitsplätze und die nachhaltige Entwicklung unserer Gemeinde sicherstellen.
Auch dieses Jahr wollen wir unseren Erfolgskurs im Bereich Bildung und Betreuung fortsetzen. Es freut mich, dass Schönaich zu einer der wenigen Kommunen im Landkreis Böblingen gehört, die keine nennenswerten Personalengpässe in den Kindertagesstätten aufweist. Und auch baulich sorgen wir für schöne Räume für unsere Kleinsten. Die Sanierung und Erweiterung der Kindertagesstätte Finkenweg ist auf der Zielgeraden.
Der Umzug der Krippe aus der Grundschule in diese neue Einrichtung ist in den Osterferien geplant. Und es freut mich, dass auch dem Umzug des Kindergartens Realschule in den Finkenweg im September nichts im Wege steht. Der bis dann eingruppige Kindergarten erhält dort einen großzügigen hellen Gruppenraum. Ergänzt wird das Raumangebot durch vielfältige Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten im Außenbereich.
Mit dem nahenden erfolgreichen Abschluss des Projektes „Finkenweg“ geben wir die Räume an die Schulen zurück. Die Zeit der Interimslösungen gehört der Vergangenheit an! Dadurch gibt es keine Nutzungskonflikte mehr und alle Kinder können altersgerecht betreut und beschult werden. Und wir können den Anspruch auf Ganztagesbetreuung in unserer Grundschule gewährleisten, denn die ehemaligen Krippenräume im Schulgebäude werden dafür passend umgebaut.
Aufgrund des voranschreitenden Klimawandels sind Klimaanpassungsmaßnahmen auch 2026 unumgänglich. Deswegen wollen wir den Sonnenschutz in unseren Kindertageseinrichtungen intensivieren. Die entsprechenden Maßnahmen sollen noch vor Beginn der Hitzeperiode umgesetzt werden.
Ja, der Klimawandel ist und bleibt eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre. Als Gemeinde nehmen wir diese Verantwortung ernst und wollen dieses Jahr mit der Erarbeitung des Klimaschutzkonzeptes beginnen. Erfreulicherweise konnte unser Fördermittelantrag für dieses wichtige Vorhaben innerhalb von „nur“ 17 Monaten bearbeitet und bewilligt werden. – Ich wage einen Blick in Richtung unserer Abgeordneten und sage nur ein Wort: „Bürokratieabbau“.
Kommunen brauchen Bürokratieabbau, um schnell und unkompliziert an die verfügbaren Fördermittel zu kommen. Denn in Anbetracht der leeren Kassen müssen sämtliche Zuschussmöglichkeiten in Anspruch genommen werden. Ich denke, dass ein wenig mehr Vertrauen in die Fähigkeit und Kompetenz unserer Kommunen, Fördermittel in die wirklich wichtigen Projekte zu investieren, bestimmt sehr hilfreich wäre.
Wir Menschen brauchen Vertrauen – besonders dann, wenn die Zeiten schwieriger sind. Vertrauen in unsere Mitmenschen, in unsere Umgebung, in unsere Politik und auch in uns selbst. Gerade in Momenten des Wandels ist Vertrauen ein Anker. Wenn sich vieles – oder gar alles – um uns herum verändert: auf der großen weiten Welt, in Europa, in Deutschland, in unseren Kommunen. Und so, wie die Bundestagswahl im letzten Jahr Veränderungen mit sich gebracht hat, wird auch die Landtagswahl in diesem Jahr Veränderungen mit sich bringen.
Auch wir, hier in Schönaich, werden uns Veränderungen stellen müssen, so wie wir uns auch letztes Jahr Veränderungen stellen mussten – ob der Gebühren- und Steuererhöhungen, der Anpassungen an die fortgeschriebene KiTa-Bedarfsprognose, der Entwicklung der „Neuen Mitte“ oder der Umsetzung des Lärmaktionsplans mit der Realisierung der 30er Zone. Dieses Jahr kommt eine tiefgreifende Haushaltskonsolidierung dazu, die uns allen viel abverlangen wird, und bestimmt noch weitere Themen, die Veränderungen mit sich bringen werden und die wir heute noch gar nicht voraussehen können.
Doch wie stellen wir uns diesen Veränderungen? Wie gehen wir mit Veränderungen um? Werden wir wütend, empört, gar ängstlich? Oder werden wir mutig, gelassen, zuversichtlich? Bei den „Schönaicher Veränderungen“ des letzten Jahres, wie soeben exemplarisch aufgezählt, erlebte ich in der Bevölkerung die gesamte Palette der Emotionen: Wut und Mut, Empörung und Gelassenheit, Angst und Zuversicht. Und wieviel Energie wurde durch diese Emotionen „bewegt“! Und immer wieder habe ich mir die Frage gestellt, wie viel Kraft und positive Energie wir generieren könnten, wenn es uns nur gelänge, die negativen Emotionen – Wut, Empörung, Angst – in positive umzuwandeln. Wenn es uns gelänge, nicht der Zerstörungskraft, sondern der Schaffenskraft zu folgen.
Auch negative Gefühle und Emotionen sind wichtig. Wir brauchen sie. Ohne Angst wären unsere Vorfahren einem Säbelzahntiger zum Opfer gefallen und wir wären niemals geboren worden. Auch negative Gefühle und Emotionen müssen erstmal zugelassen, ernst genommen werden. Auch negative Gefühle und Emotionen müssen wir auf uns wirken lassen. Doch wollen wir negative Gefühle und Emotionen verstetigen? Und welche Antwort auf Veränderungen wollen wir geben?
Letztes Jahr wurde ich mit meiner ganz persönlichen Mutprobe herausgefordert. Letztes Jahr habe ich mich entschieden, die Veränderungen in meinem Leben, die meine Brustkrebserkrankung mit sich brachte, anzunehmen und zu lernen, MIT der Krankheit zu leben – nicht GEGEN die Krankheit und nicht FÜR die Krankheit zu leben.
Und Sie glauben gar nicht, wieviel Wut, Empörung und Angst mich immer wieder überkamen. Wieviel Zerstörungskraft mich immer wieder überkam. Doch es ist mir gelungen, meine Wut in Mut, meine Empörung in Gelassenheit und meine Angst in Zuversicht zu verwandeln. Zerstörungskraft in Schaffenskraft zu verwandeln. Und wissen Sie, wie es mir gelungen ist? Durch Vertrauen.
Ich hatte Vertrauen in meine Familie, in meine Freunde, in mein Rathausteam, in meinen Gemeinderat, in meine Ärzte. Ich hatte Vertrauen, dass mir diese Veränderung – das Leben mit Krebs – gelingen wird. Und dieses Vertrauen besteht fort. Auch im Jahr 2026 besteht dieses Vertrauen fort.
Und ich würde mir wünschen, dass jede und jeder Einzelne von Ihnen, ihr eigenes Vertrauen findet. Vertrauen findet, das jede und jeden Einzelnen von Ihnen durch Veränderungen trägt – mit Mut, mit Gelassenheit, mit Zuversicht.
Lassen Sie uns mit der Suche nach diesem Vertrauen jetzt, gleich zu Beginn des neuen Jahres, starten. Lassen Sie uns aus allem, was kommt, Mut statt Wut, Gelassenheit statt Empörung, Zuversicht statt Angst schöpfen. Lassen Sie uns von dem Jubiläumswochenende im Juli 2025 durch alle Herausforderungen tragen und die wunderbare Atmosphäre dieses Festwochenendes immer wieder in Erinnerung rufen – die Atmosphäre des Zusammenhalts, der Freude und des gegenseitigen Vertrauens.
Herzlichen Dank!
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Liebe Schönaicherinnen,
liebe Schönaicher,
liebe Gäste,
ich bitte um Applaus für unsere Musikschule für die tolle musikalische Umrahmung des Neujahrsempfangs! Und ich bitte um einen weiteren Applaus für das Organisationsteam, das Kinderbetreuungsteam, das Küchenteam und für alle, die diesen Neujahrsempfang möglich gemacht haben! Herzlichen Dank für den tollen Einsatz!
Ich wünsche uns allen ein glückliches und gesundes neues Jahr voller Schaffenskraft!
Und um die Sprache von Wahlen – ob Bundes- oder Landtagswahlen – zu bemühen: Lassen Sie uns der „Fraktion der Mutigen“, nicht der „Fraktion der Ängstlichen“ angehören!
Lassen Sie uns 2026 schlechte in gute Laune verwandeln! Mit Mut. Mit Gelassenheit. Mit Zuversicht. Mit Vertrauen.
Ich freue mich nun auf viele schöne Gespräche beim anschließenden Stehempfang. Und lassen Sie bitte die eine oder andere mutige Idee für unsere kommunale Mitte da.
Herzlichen Dank!


